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Adolph Kolping    

Ein Mann, ein Programm, eine Bewegung

Kolping ist der Name eines Mannes, der, aus christlichem Glauben heraus und angerührt von sozialer Not, sich dem einfachen Volk junger Handwerker und Arbeiter verschrieben hat. Es ist der Name des katholischen Priesters Adolph Kolping.
 

Er ist einer der ersten katholischen Geistlichen, die sich ganz und ausschließlich der Sozialpastoral widmeten. Aufgrund seines beispielhaften Einsatzes nannten ihn Papst Johannes Paul II "Leitbild für den Christen von heute". Kardinal Arns, der Protektor des Brasilianischen Kolpingwerkes, bezeichnete ihn als "Mann für die Dritte Welt".

Sein Leben

geb. 8.12.1813 in Kerpen, gest. 4.12.1865 in Köln
Kolping stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Er erlernte das Schuhmacherhandwerk und arbeitete in verschiedenen Orten im Umkreis Kölns. 1837 besuchte er das Kölner Marzellengymnasium, wo er 1841 das Abitur bestand. Am 13. April 1845 empfing Kolping die Priesterweihe.
Der eigene Lebensweg schien gerade ihn zu prädestinieren, sich der vielfach gefährdeten, in schwierigen Verhältnissen sich befindenden, jungen Männer anzunehmen, ihnen ein Zuhause zu geben und sie zu befähigen, an der Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu arbeiten und ihre Chancen, wie auch ihre Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen.
Unermüdlich widmete sich Kolping, 1849 auf eigenen Wunsch als Domvikar nach Köln versetzt, in der Folgezeit der Ausbreitung seines Werkes, des Katholischen Gesellenvereins.
Alles Wirken in den verschiedenen Bereichen diente letztlich dem einen grundlegenden Ziel, einen Beitrag zur Veränderung der Welt im Sinne einer christlichen Erneuerung menschlicher Lebensverhältnisse zu leisten. In seinem rastlosen, von vielfältigen Hemmnissen und Widerständen begleiteten Einsatz für diese Sache, nahm Kolping kaum Rücksicht auf die eigene Person.
Kurz vor seinem 52. Geburtstag starb er und fand in der Kölner Minoritenkirche seine letzte Ruhestätte.
Am 27. Oktober 1991 wurde Adolph Kolping von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.
Er ist einer der ersten katholischen Geistlichen, die sich ganz und ausschließlich der Sozialpastoral widmeten.

Sein Programm

Um den Zeichen der Zeit zu entsprechen und dem gelebten christlichen Glauben einen gestalthaften Ausdruck zu geben, trat Adolph Kolping mit einem ganz bestimmten Programm auf.
Dieses stellte einerseits die Überwindung des reinen existentiell caritativen Ansatzes dar, andererseits bedeutet es eine konstruktive Kritik und Korrektur des perfektionistischen, sich als definitiv gebärenden revolutionären und marxistischen Vorgehens (Gedankengutes).
Nach der Maxime: "Ich möchte Menschen um mich sammeln, die aus sich und der Umwelt etwas machen wollen" sprach er die von sozialer Not Betroffenen direkt an und forderte sie auf, sich zusammenzuschließen, um den neu sich stellenden Herausforderungen zu begegnen. Nicht alle Allerärmsten der Armen waren die unmittelbaren Adressaten, sondern die Tüchtigsten und Besten unter den am Rande der Gesellschaft stehenden. Der Zusammenschluss hatte die Selbsthilfe als unmittelbares Ziel. Von Menschen, die sich gegenseitig stützen, helfen und voranbringen, erwartete er den Effekt des Überbordens: die Befriedigung darüber, aufgrund gemeinsamen Vorgehens verbesserte Verhältnisse zu erleben, werde sicherlich auch ansteckend wirken und andere Menschen beeinflussen.
Adolph Kolping konkretisierte diese Anliegen, indem er immer wieder auf folgende existentielle Lebensfelder einging:
  1. Religion und Arbeit als Ausgangspunkt und handgreiflichen religiösen Lebens und Wirkens in der Gesellschaft
  2. Freizeitgestaltung, die im Lebensalltag nicht fehlen darf.
  3. Familie, der im Prozess der Neugestaltung der Gesellschaft eine besondere Rolle zufällt.
  4. Gesellschaft, deren Gesicht und Gestalt einem jeden aufgetragen ist, von deren Substanz das Schicksal eines jeden Menschen abhängt.
Schüler, Nachfolger und von Kolping Begeisterte haben später die programmatischen Punkte zusammengefasst:
  1. Sei ein überzeugter Christ
  2. Leiste Tüchtiges im Beruf
  3. Sei immer um deine Freizeit besorgt
  4. Sei ein verantwortungsvolles Familienmitglied
  5. Sei ein guter Staatsbürger
In der Kombination von religiössozialer Bewusstseinsbildung, in der Übernahme konkreter praktischer Tätigkeiten und bewusster kreativer Freizeitgestaltung liegt die Originalität der sozialen Methode Adolph Kolping, die auf die ganzheitliche Ausbildung des Menschen ausgerichtet ist. Und: Wo christlicher Glaube praktiziert wird, wo der Mensch für die Arbeit motiviert, vorbereitet und gerüstet ist, wo die religiöse Praxis und die Arbeit des Alltags von Freizeit und Kultur begleitet sind, dort sind die Voraussetzungen gegeben, die "kleine Welt", welche die Familie darstellt, zu gestalten und für eine bessere "große Welt", die Gesellschaft heißt, zu kämpfen und sich einzusetzen.

Eine Bewegung       

Kolping ist zuallererst eine Idee, ein Ideal, eine geistige Kraft, die vorgetragen wird und die sich mitteilen möchte.
Als bei einer Darstellung des Werkes in Bolivien ein Zuhörer fragte: "Kolping, que golpe es?" (golpe = Staatsstreich), erhielt er von dem Verantwortlichen für das Informationsabend zur Antwort: "Kolping ist nicht ein 'golpe de Estado' (Staatsstreich), sonden eine 'golpe de mestre', ein Meisterstreich, geleistet von einem Mann, der aus gläubiger Einstellung heraus, mit einem Herz für die Not des im Elend lebenden Menschen, sich restlos einsetzte und von diesem Einsatz her Herzen und Existenzen bewegte".
Von daher ist Kolping in erster Linie weder ein Projekt, noch eine Struktur, noch ein Finanzmittel, sondern eine Bewegung, eine Einladung, um Mitglieder und Anhänger wirbt.
Kolping will Bewegung werden. Will Sozialbewegung sein, die in der Gesellschaft, vorrangig in der Welt der Arbeit und dort unter Jugendlichen und Armen, tätig werden will.
Kolping will Gewissen an den Zäunen und Hecken sein, an Straßen und Plätzen. Kolping will Hefe in der Masse, will ein Lichtblick sein und ein Weg, Elend zu überwinden und ein menschenwürdiges Leben zu gestalten.
Kolping will eine soziale Heimstatt vor Ort sein, die Halt, Geborgenheit und Orientierung gibt.
Als Zusammenschluss mehrerer Gemeinschaften an der Basis will es in einem Land einen Verband darstellen, der zu der menschlichen und christlichen Umgestaltung der Gesellschaft seinen Beitrag leistet. Zusammen mit den Kolpingsverbänden anderer Länder will es ein Weg sein, sich der größten Herausforderung unserer Zeit zu stellen und zur Lösung der sozialen Frage von heute, die in der himmelschreienden Ungerechtigkeit zwischen Norden und Süden besteht, beizutragen.